Bernie Ecclestone: Warum Williams Robert Kubica holen muss

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12. Oktober 2017 – 15:26 Uhr

Ratschlge vom Ex-Zampano: Bernie Ecclestone und Williams-Technikchef Lowe

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(Motorsport-Total.com) – Robert Kubica, der sechseinhalb Jahre nach seinem schweren Rallyeunfall um ein Formel-1-Comeback bei Williams kmpft, hat einen weiteren prominenten Frsprecher: Ex-Formel-1-Boss Bernie Ecclestone. Der Brite legt dem Williams-Team, fr das der Pole am Mittwoch in Silverstone erstmals testete, nahe, den 32-Jhrigen trotz seiner Einschrnkungen an der rechten Hand zu engagieren.

„Wre es nicht zu diesem Unfall gekommen, dann wre er ohnehin bereits Weltmeister“, ist der 86-Jhrige gegenber ‚Motorsport-Total.com‘ berzeugt. „Und es knnte durchaus sein, dass er jetzt noch strker ist. Mental ist er wahrscheinlich noch aggressiver.“ Und auch aus physischer Sicht sieht Ecclestone kein Problem: Er verweist dabei auf den Briten Archie Scott-Brown, der trotz schwerer Deformierungen an der rechten Hand sowie an beiden Beinen in den 1950er-Jahren eine beachtliche Rennkarriere hinlegte.

Scott-Browns Mutter litt whrend der Schwangerschaft an Masern, wodurch er bereits mit den Deformierungen zur Welt kam – dennoch kmpfte er sich bis in die Formel 1 nach oben. „Archie war verdammt schnell, und er war in einem viel schlechteren Zustand als Robert“, schwrmt Ecclestone, obwohl der Motorsport damals freilich noch nicht so professionell war wie heute.

Legende Scott-Brown: Trotz Einschrnkungen extrem schnell

Archie Scott-Brown

Archie Scott-Brown: Trotz physischer Einschrnkungen glnzte der Brite

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Woher er ber die beachtliche Karriere so genau Bescheid wei? Scott-Brown wurde nach zahlreichen Erfolgen bei britischen Sportwagenrennen vom Connaught-Team 1956 ein Cockpit fr den Grand Prix von Grobritannien in Silverstone angeboten. Der Rennstall wurde wenig spter vom nicht einmal 30-jhrigen Ecclestone bernommen, der damit 1958 in Monaco als Fahrer an der Qualifikation scheiterte.

Doch das enorme Talent Scott-Browns, der nur eineinhalb Meter gro war und zahlreiche Operationen ber sich ergehen lassen musste, sprach sich rasch herum. „Er fuhr fr uns und war sehr erfolgreich“, erinnert sich Ecclestone. Scott-Brown stellte den Boliden bei der Grand-Prix-Premiere auf den zehnten Startplatz. Im Rennen arbeitete er sich bis auf Platz sieben nach vorne, ehe ihn ein Defekt aus dem Rennen riss. Connaught wollte ihn auch in Monza an den Start bringen, doch die Veranstalter verweigerten dies.

Das tragische Ende einer unglaublichen Karriere

„Archie war verdammt schnell, und er war in einem viel schlechteren Zustand als Robert.“

Bernie Ecclestone

Dennoch hatte er bleibenden Eindruck hinterlassen: Selbst der fnfmalige Weltmeister Juan Manuel Fangio schwrmte von seiner phnomenalen Wagenbeherrschung, die er mit Platz zwei bei der International Trophy in Silverstone untermauerte. Trotz seiner offensichtlichen Klasse wurde ihm bis 1968 eine Lizenz in Kontintentaleuropa verweigert.

Als es dann endlich so weit war, endete die Karriere auf tragische Art und Weise: Ausgerechnet bei seinem ersten Rennen – einem Sportwagen-Lauf in Spa-Francorchamps – verlor der 31-Jhrige bei einem Zweikampf mit Masten Gregory die Kontrolle ber seinen Lister-Jaguar und berschlug sich. Das Auto begann sofort zu brennen – einen Tag spter war Scott-Brown tot. Auch wenn ihm die ganz groe Karriere verwehrt blieb, ist Scott-Brown wegen seines Einsatzes, seiner Willenskraft und seines Talents noch heute in Grobritannien bei Motorsport-Fans unvergessen.

Ecclestone: Kubica als Initialzndung fr Williams

Auch Kubica musste in seiner Karriere bislang viele Widerstnde berwinden und ist fr seine Willenskraft bekannt.“Ich glaube nicht, dass ihn sein Unfall behindern wird“, ist Ecclestone berzeugt. Dazu kommt, dass der sentimentale Favorit vieler Fans laut Ecclestone beim Williams-Team fr einen frischen Wind sorgen knnte.

„Wre ich Williams, wrde ich auf jeden Fall versuchen, ihn zu engagieren“, rt er Claire Williams und Technikchef Paddy Lowe. „Vielleicht verlieren sie zu Saisonende Felipe Massa, der wahrscheinlich ohnehin genug hat, aber Robert knnte dort viele Leute aufwecken. Die Performance des Teams htte zuletzt besser sein mssen, wobei ich nicht wei, ob es an den Fahrern liegt. Das wei niemand. Es wre also eine gute Idee, einen schnellen Mann zu holen, um das herauszufinden.“

Ecclestone hofft auf Kubicas Glck

Auch die Tatsache, dass niemand geringerer als der amtierende Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg als Manager Kubicas fungiert, ist fr Ecclestone ein Indiz, dass es Kubica schaffen knnte: „Wie ich glaubt auch Nico sehr stark an ihn. Da sind wir uns einig. Er bentigt – wie wir alle im Leben – einfach ein bisschen Glck. Hoffentlich wacht Williams auf.“

Fr die Truppe aus Grove knnte sich die Verpflichtung Kubicas auch aus Marketing-Sicht auszahlen: Whrend Massa, der sich im Herbst seiner Karriere befindet, und Ersatzmann Paul die Resta nur bedingt fr Aufmerksamkeit sorgen wrden, wrde ein Comeback des Polen fr Schlagzeilen sorgen. Wenn Kubica das Vertrauen dann auch mit guten Leistungen untermauert, wre die Story perfekt, womit sicher auch die Sponsoren ihre Freude htten.



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http://www.motorsport-total.com/f1/news/2017/10/bernie-ecclestone-warum-williams-robert-kubica-holen-muss-17101211.html



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